Perlenstickerei und notwendige Werkzeuge

Perlenstickerei – nicht ohne passendes Werkzeug

Es gibt sicher vieles in der Perlenstickerei was man kaufen kann, aber nicht unbedingt notwendig ist. Gerade am Anfang kann man schon mit wenigen Mitteln sehr schöne Ergebnisse erzielen. Im Laufe der Zeit entwickelst Du Deine eigenen Vorlieben für Werkzeuge und Hilfsmittel, die Dir die Arbeit erleichtern.

Perlen

Das große Feld der Perlen! Ich fange mal mit den sogenannten Saatperlen (Glasperlen) an und zwar mit den kleinsten ihrer Art, dass sind die 15er, 11er, 10er, 8er und 6er Rocaille- oder Delicaperlen. Mit diesen kleinen Glasperlen arbeitest Du bei der Perlenstickerei fast alles, von kompletten Flächen, über Einfassungen für Steine, Fransen und perlige Randabschlüsse.
Eine Perlenart, die ich jetzt noch zu den Seed Beads zähle, sind die Röhrchenperlen auch Bugles, Stiftperlen oder Stäbchenperlen genannt. Mit diesen Perlen lassen sich schöne grafische Flächen oder strahlenförmige Einfassungen gestalten und sie machen sich gut als Fransen.

Perlenformen gibt es natürlich unendlich viele. Um noch ein paar Arten zu nennen: es gibt noch die runde Perle in unterschiedlichen Materialien, von echt bis Kunststoff. Dann wunderschöne facettierten Glasperlen, der Klassiker ist hier sicherlich die Bicone-Perle, die es auch in vielen Größen gibt.
Perlen gibt es in den unglaublichsten Formen, Farben und Materialien und das ist ja das Schöne daran, man kann sie immer wieder neu kombinieren und es wird nie langweilig!

Ich denke es wird nochmal einen eigenen Post zum Thema Perlen und andere Komponenten wie Cabochons, Steine und Fundstücke die man für das Perlensticken verwenden kann.

Abgesehen von den Perlen die ja der Grund sind warum Du das hier liest… davon gehe ich jedenfalls stark aus, weil glitzern und so 😉 sind die wichtigsten Werkzeuge zum Sticken, Nadel und Faden. Außerdem eine Schere und Klebstoff. Über die Stickunterlage beziehungsweise den Stickgrund habe ich schon im Artikel „Der richtige Untergrund…“ geschrieben genauso wie das Material für die Rückseite. Hier geht es jetzt um das ganze Drumherum beziehungsweise um die notwendigen und hilfreichen Werkzeuge.

Nadeln

In der Perlenstickerei benutzt Du andere Nadeln als in der Näherei. Du arbeitest ja mit sehr kleinen Perlen und die haben ziemlich kleine Löcher. Zum Beispiel hat eine 15er Rocailles-Perle einen Durchmesser von 1,5mm und nur noch einen Lochdurchmesser von max. 1mm. Durch diese Löcher geht es beim Sticken aber oft mehrfach hindurch, daher brauchst Du also eine entsprechend feine und dünne  Nadel. Diese Nadeln gibt es von unterschiedlichen Herstellern und in verschiedenen Stärken und Längen.
Am gebräuchlichsten sind Nadeln in den Stärken 010, 012, und 015 die größte Zahl ist die dünnste Nadel. Die praktischsten Längen sind ca. 5cm und 2,5cm, es gibt sie auch länger, aber das macht das durchstechen von etwas festeres Material wesentlich schwieriger.
Ich persönlich nutze die 5cm lange 012er Nadel von John James (unbezahlte Werbung). Die Nadel verbiegt sich zwar mit der Zeit, aber das stört mich nicht. Sie ist lang genug um mehrere Perlen aufzunehmen und stabil genug um durch unterschiedlichen Stickgrund zu stechen. Die kürzere Variante der 012er Nadel nehme ich gerne um den Perlenabschluss am Rand eines Stücks zu arbeiten, das geht schneller und hier würde mich eine verbogene Nadel stören. Außerdem sind mir schon einige lange Nadeln bei der Randarbeit zerbrochen, da man hier ja durch meist drei Lagen Grundmaterial stechen muss.
Also auch hier gilt wieder, ausprobieren womit Du am besten und liebsten arbeitest, nur mit gutem Werkzeug macht es wirklich Spaß.

Da ich ja mal Damenschneiderin im Handwerk gelernt habe, bin ich übrigens ein großer Fan von Fingerhüten. Gerade bei der Randarbeit, wenn man mehr Druck auf die Nadel ausübt, kann ein Fingerschutz sehr helfen. Die Nadeln sind nämlich so dünn, dass Du Dir die auch mal gerne mit der Öse in den Finger stichst. Und ich sage Dir, das willst Du nicht!😉

Stickgarn / Faden

Als Stickgarn für Deine Perlenstickerei nutz Du kein Stickgarn… Genau, das klingt jetzt seltsam, aber normales Stickgarn ist viel zu dick, zu weich und reißt schnell. Für das Sticken mit Perlen wird spezielles Garn zum Fädeln von Perlen genommen. Hier gibt es eine schöne Auswahl an Sorten, Farben und Stärken. Es sind Garne oder Fäden die meist aus Polyamid (auch als Nylon bekannt) hergestellt werden, sehr dünne und reißfeste Garne. Um nur einige Namen zu nennen (unbezahlte Werbung): Fireline, Sono, One-G, Nymo usw. Ich arbeite am liebsten mit One-G, aber das ist tatsächlich völlig subjektiv. Allerdings verarbeite ich auch kein echtes Leder oder sehr schwere Komponenten, sonst würde ich vermutlich auf Fireline zurückgreifen.

Schere

Das ist nicht schwer, Du brauchst eine scharfe Schere mit guter Spitze. Du musst, gerade wenn Du das fertige Stück ausschneidest um die Endverarbeitung zu beginnen, oft in feine Ecken oder um kleine Rundungen schneiden. Das geht nur mit einer spitzen und wirklich scharfen Schere. Übrigens, wenn Du eine gute Schere gefunden hast, dann schneide damit kein Papier, NIE!, Papier macht jede Schere stumpf. Große, heilige Regel aus meiner Schneiderinnenzeit! (Meine Meisterin hätte mich mit eben der Schere gevierteilt, wenn ich diese Regel gebrochen hätte.

Klebstoffe

Um Steine, Cabochons und andere größere Teile auf dem Stickuntergrund zu befestigen, hat sich ein Zweikomponentenkleber bewährt. Der stinkt zwar, aber der hält dann auch. Es gibt nichts ärgerlicheres, als wenn aus dem fertigen Schmuckstück ein Stein herausfällt. Also, gehe hier lieber auf Nummer Sicher. Wenn die Komponenten hinterher sowieso mit Perlen eingefasst werden, dann recht oft schon ein bisschen Klebestift, um das Teil am Platz zu halten, bis die Perlen den Job übernehmen.

Um später die Stickerei mit der Rückseite zu verbinden, hat sich bei mir Pattex (unbezahlte Werbung) am besten bewährt. Geht in meist schneller als Zweikomponentenkleber und hält beide Schichten wunderbar zusammen.

Perlenmatte und/ oder Perlenboard

Damit Deine Perlen beim Arbeiten nicht ständig vom Tisch rollen, brauchst Du eine Perlenmatte, oder ein Perlen Board. Beide gibt es fertig zu kaufen, aber man kann sich auch mit einfachen Mitteln selber Eins basteln. Ich habe mir ein Brett genommen und mit Sprühkleber eine Lage Wollfilz darauf geklebt. Der Filz verhindert, dass mir die Perlen durch die Gegend rollen und man bleibt nicht mit der Nadel daran hängen, beim Aufnehmen der Perlen. Ich habe auf einen Rand verzichtet, da ich einen Wulst unter meinem Handgelenk unangenehm finde. Ein Perlen Board oder Brett habe ich mir besorgt um Abends auf dem Sofa noch arbeiten zu können. Das Ding hat Einbuchtungen wo die Perlenkistchen und Kästchen an ihrem Platz bleiben und in den Rillen liegen dann die Perlen zum Arbeiten. Hier funktioniert sicherlich auch ein selbstgebautes Perlenmatten-Board gut, Matte mit Wulst drumherum, aber bisher war ich ehrlich gesagt zu faul mir eins zu basteln. Ging ja auch so.🙂

Weiter hilfreiche Dinge

Licht, und zwar helles Tageslicht. Es gibt sehr gute Tageslichtlampen und Du solltest hier nicht sparen, Deine Augen werden es Dir danken. Dein Nacken und Kopf im übrigen auch, denn wer nicht richtig sehen kann, verspannt sich.
 
Ein Feuerzeug. Damit kannst Du abgeschnittenen Faden verschmelzen und verschwinden lassen. Aber immer schön vorsichtig, sonst löst sich mehr auf als Du vor hattest.
 
Zangen. Wenn Du mit Draht arbeiten möchtest und später um Verschlüsse, Biegeringe oder ähnliches am Schmuckstück anzubringen. Oder auch mal um eine störrische Nadel durch die Arbeit zu ziehen.
 
Drahtschneider/ Seitenschneider. Notwendig um später, in der Weiterverarbeitung, Draht zu schneiden.
 
Lineal, Zirkel, Fineliner, Papier. Um auf Deinem Stickuntergrund Abstände, Mittelachsen odder Ähnliches anzuzeichnen. Gerade wenn ein Schmuckstück symmetrisch gestaltet werden soll, sehr wichtig.
 
Zahnstocher oder Schaschlik-Spieße. Damit lässt sich zielgenau Kleber verteilen und die können hinterher einfach weggeschmissen werden. Besser als Plastik!
 
Ein Löffel, oder kleine Schaufel. Hilfreich um Perlenhäufchen auf der Matte wieder ins Töpfchen zu befördern.😉
 
Apropo Töpfchen…
Du wirst unmengen an kleinen Gefäßen sammeln, für Perlen hier und Teile dort und Verschlüsse und und und…
 
Stürz Dich rein ins Vergnügen. Einmal angefangen, kannst Du süchtig werden.